Mira Müller-Steinmann, Samba und Prinz: Instagram-Stars aus Kiel

Kiel/Borghorst. Bilder auf Instagram posten und damit Geld verdienen? Damit ist Mira Müller-Steinmann aus Kiel sehr erfolgreich. Auf der Plattform Instagram hat sie als „miraaams“ rund 103.000 Abonnenten. Auf ihrem Account postet die VWL-Studentin seit 2016 Bilder von ihrem Pferd Samba und sich. Von ihrem Stallalltag bis zu ihrem Umzug nach Kiel, einem eigenen kleinen Offenstall, Stallwechseln, Turnieren, Urlauben in Dänemark: An alldem lässt die 21-Jährige ihre Follower teilhaben. Inzwischen hat sie Kooperationspartner, für die sie auf ihrem Profil Werbung macht und durch die sie sich ihr Pferd als Nebenjob finanziert. Auch zu reitsportlichen Höhepunkten wie dem CHIO Aachen wurde sie bereits eingeladen. Auch die Teilnahme an einem Bloggertreffen inklusive Training bei den Bundestrainern beim DOKR in Warendorf war geplant. Daran konnte sie jedoch studienbedingt nicht teilnehmen.


„Als ich damit angefangen habe, gab es sowas wie Influencer noch gar nicht“, weiß Mira Müller-Steinmann. Nach dem Kauf von Samba im Jahr 2012 fing sie an, Bilder von ihrem Pferd und sich auf Facebook zu teilen. Schnell hatte Sambas Facebookseite viele Fans. „Ich glaube, die Leute fanden das spannend, weil Samba und ich so jung waren und weil es so gut klappte“, mutmaßt die Influencerin. „Dabei war nicht alles leicht. Samba war das erste Pferd, was meine Eltern und ich uns angeguckt haben, und auch das letzte.“ Damals war der Wallach drei Jahre alt, seine neue Besitzerin 14. Inzwischen ist sie mit ihm siegreich in Dressurprüfungen bis zur Klasse M**, auch in Springprüfungen starteten sie. Daneben reitet sie zwischendurch auch mal nur mit Halsring oder macht Zirkuslektionen wie Steigen oder Hinlegen. Facebook bespielt Müller-Steinmann inzwischen gar nicht mehr: „Instagram hat das total abgelöst.“ An fünf Tagen die Woche postet sie dort Beiträge. Auch einen Blog gibt es seit einem Jahr.

Im April kam noch ein zweites Pferd dazu, das ihr zur Verfügung gestellt wird: Phantasios Goldschmidt, genannt Prinz. „Das war totaler Zufall. Bei Bekannten im Stall kam ich mit den Besitzern in Kontakt. Ein zweites Pferd war immer mein Wunsch, also lassen wir das jetzt mal auf uns zu kommen“, erzählt Müller-Steinmann. Mit dem sechsjährigen Trakehner konnte sie sich bereits in einer Dressurpferdeprüfung platzieren. Außerdem nahmen sie am Bundessichtungslehrgang des Trakehner Verbandes in Buchholtz teil. „Wir lassen alles aber ganz ruhig angehen“, so die neue Reiterin des Schimmels.

Negative Kritik oder gar Hass-Kommentare, wie sie im Social Media häufig vorkommen, kennt Müller-Steinmann auf ihrem Kanal nicht: „Ich bekomme eigentlich keine negative Resonanz. Wenn doch, dann reagiere ich nicht drauf“, so die Studentin. Aber: „Persönlich beschäftigt mich das sehr, sehr doll.“

Für die Produkte ihrer Kooperationspartner wirbt sie mit ihren Fotos. Daran verdient sie Geld. Dabei ist es nicht so, dass Influencer alle Kooperationsanfragen auch annehmen, um ihre Einnahmen zu steigern: „Ich bekomme viel mehr Anfragen, als ich umsetze. Aber ich nehme nur die Produkte an, die ich wirklich gut finde. Wenn mich etwas interessiert, dann schreibe ich die Firmen selbst an.“ Inzwischen hat sie drei sehr enge Kooperationen aus verschiedenen Bereichen. Neben Reitsportfirmen arbeitet sie mit einem Sportbekleidungsunternehmen zusammen. Gerade kam eine eigene Kollektion in Zusammenarbeit mit einem Reitartikelhersteller raus. Von einer weiteren Firma erschien vor kurzem ein Imagefilm mit Instagramstars als Hauptdarstellern. „Mir macht das echt Spaß. Ich hoffe, dass es mit Instagram noch lange so bleibt“, wünscht sich die Studentin.

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